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Praxistipp:  Lernen vom 1. April

Ziel:  Auf den Zufall vorbereitet sein


BMW-Aufsichtsratschef Joachim Milberg im Interview im manager magazin 4/2015 auf die Frage: …“Hat es Sie persönlich getroffen, dass Herr Diess (Entwicklungschef) BMW verlässt?“

Antwort: …“Wir hatten jedoch für so einen Fall vorgesorgt. Der Zufall hilft eben nur dem vorbereiteten Geist.“

Was hat das jetzt mit dem 1. April zu tun?

Nun, an diesem Tag sind wir darauf vorbereitet, dass eigentlich jede Information auch eine bewusste Lüge oder Falschinformation sein kann. Das schützt uns davor, zum Gespött einer mehr oder weniger großen Gruppe zu werden.
Werden wir an den anderen Tagen des Jahres nicht mit Falschinformationen, egal ob bewusst oder unbewusst, gefüttert? Natürlich!

Warum gehen wir dann nicht jeden Tag des Jahres mit der gleichen Wachsamkeit durch das Leben?

Ganz klar: Weil es auf Dauer anstrengt und weil Menschen, die sich trotzdem so verhalten, als misstrauisch und wenig sympathisch empfunden werden. Wer will das schon. Wir Menschen sind biologisch auf Energieeffizienz und sozial auf ein Miteinander ausgerichtet. Vertrauen ist der Kitt und Klebstoff einer sozialen Gemeinschaft. Gleichzeitig spart es gewaltig Energie und Zeitaufwand auf Kontrolle zu verzichten.

Am 1. April ist dieses „gesunde“ Misstrauen eher ein Ausdruck von Erfahrung und Intelligenz. Gleichzeitig zeichnet sich der Entdecker der „gut gemachten Aprilscherze“ auch durch eine Portion Humor aus und man kann gemeinsam über die Aufdeckung schmunzeln.

Gerade unter Zeit- und Ergebnisdruck kommen uns unser Humor und die Gelassenheit abhanden. Wir reagieren also genervt (gestresst) auf Fehler und Falschinformationen. Wir sind auf Effizienz getrimmt, da ist kein Platz für Humor, Flexibilität und Umwege.

Unser Tipp: Bestimmen Sie bei Besprechungen reihum einen Advokatus Diaboli, der alle Beiträge auf Plausibilität hinterfragen darf und soll. Er kann dann seine Energie voll darauf konzentrieren.

Begrüßen Sie ausdrücklich jede Entdeckung von kleinen Fehlern und Falschinformationen öffentlich als Lernchance. „Gut, dass wir das jetzt schon entdeckt haben.“
LÄCHELN Sie dabei.