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Praxistipp 12:  Die unbekannten Länder

Ziel:  Ins Gespräch kommen

 

Woher soll ein Nichtraucher wissen, wie es sich anfühlt zu rauchen?
Wie es ist, immer wieder damit aufzuhören?
Jemand, der noch nie geraucht hat, als Leiter des Raucherentwöhnungsprogrammes?

Ähnliche Situation:
Hier Eltern, dort Paare oder Singles ohne Kinder.
Beide unterhalten sich über die Probleme und Lösungen der Kindererziehung.

Oder:
Führungstrainer, die nie in schwierigen Situationen geführt haben.
Coaches, die (scheinbar) alle Situationen erfolgreich meistern.

Ich postuliere hier keineswegs, dass dies nicht erfolgreich funktioniert. Ich behaupte aber, dass es einen Unterschied gibt zwischen theoretischem Wissen und persönlicher Erfahrung.

Woher sollen meine fast zwei Meter großen Freunde wissen, wie es sich anfühlt, im wahrsten Sinne des Wortes übersehen zu werden? Woher weiß die langjährige Führungskraft, wie man sich als Bewerber fühlt?

Nun, wir können und müssen nicht alles selber erleben, um mitreden zu können oder zu dürfen. Vor allem, da sich die Fragen auch umdrehen lassen.

Was weiß der Raucher über das Nichtrauchen, der Bewerber über die Probleme von Gewinnung und Auswahl, die langjährigen Eltern über Kinderlosigkeit?

Wenn wir aber akzeptieren, dass die Dinge von der anderen Seite der Skala aus betrachtet auch anders aussehen oder erlebt werden, die Welt jedes Einzelnen für den Anderen eine Terra incognita ist, haben wir viel gewonnen.

Die Verbindung zwischen diesen beiden Welten wird hergestellt durch Neugier – Lernfähigkeit - Interesse und durch das gegenseitige Vertrauen  und die Wertschätzung des Gegenüber und seiner Erlebnisse.

Viel  Spaß bei den vielen täglichen Reisen in fremde Länder und zum anderen Ende der Skala.