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Praxistipp:  Veränderungen - Hoffnung versus Angst


Ziel:  Wieder lernen wie die Kinder

 

„Es muss sich etwas ändern!“

 Mit diesem Ausruf signalisieren wir Aufbruchsstimmung, Aktivität und Tatendrang. -
Und schon sacken wir wieder in uns zusammen.

Der vollständige Satz, der dazu gehört, lautet nämlich: „Ob es besser wird, wenn es anders wird, das weiß ich nicht, aber dass es anders werden muss, damit es besser wird, das weiß ich.“

Die Hoffnung darauf, dass es besser wird, treibt uns an. Hoffnung ist ohnehin die Haupttriebfeder unserer Handlungen. Hoffnung bedeutet aber auch, dass da keine Sicherheit, also kein Wissen, sondern Unsicherheit und Unwissen in Bezug auf das Ergebnis unseres Tuns besteht.

Hoffnung auf der einen Seite versus Angst vor Verschlechterung oder Scheitern auf der anderen.
Es ist wie beim Tauziehen. Wenn die eine Seite nicht deutlich stärker ist, neutralisieren sich die beiden Mannschaften.
Dieses Hin- Hergerissen sein kennen wir sicherlich alle. Egal ob es sich um das Urlaubsziel, die weiterführende Schule, die Berufs- oder die Partnerwahl handelt. Im leichten Fall verzögert das nur unsere Handlungen. Im schweren Fall lähmt es uns.

Psychologen und Soziologen haben in Versuchen immer wieder belegen können, dass das, was wir besitzen immer wertvoller ist als das, was wir haben können oder wollen.

Erschwerend kommt ein Effekt, den wir aus der Homöopathie  kennen hinzu. Ein wirksames Medikament erkennen Sie daran, dass es die Symptome zuerst verschlimmert, bevor die Heilung einsetzt. Ähnlich ist es mit neuem Verhalten. Es dauert eine Weile, bis wir damit genauso gut und schließlich besser umgehen können, als vorher.

Als Kinder haben wir noch nach dem Ausschlussverfahren gelernt. Ausprobieren – bewerten – ändern – ausprobieren – ändern – und so weiter. Jedes Ergebnis hat uns geholfen. Wir hatten ja auch noch nichts zu verlieren. Heute haben wir einen Status Quo zu verlieren.
Gemäß der obigen Aussage ist ein schlechter Status Quo immer noch wertvoller als ein möglicher besserer neuer Status. Hoffnung ist weniger Wert als Besitz.

Wir können Veränderungsbereitschaft trainieren wie jeden Muskel. Trainieren Sie zuerst mit leichten Gewichten und im geschützten Raum. Irgendwann macht den meisten Menschen das Training an sich, also das Ausprobieren, Spaß.

Womit wollen Sie anfangen?