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Praxistipp:  Fehlertoleranz

Ziel:  Das Nicht-Planbare planen


Wie viel Krise und Unsicherheit vertragen wir?
Wie kann ich das Nicht-Planbare planen? – Versuch macht klug!

Versuche bringen immer Ergebnisse. Manchmal, oder auch häufig, nicht die erwarteten.
Wenn ich nicht weiß, was mich erwartet -  wie soll ich mich denn dann darauf vorbereiten?

Vielleicht bringt uns die Aussage eines der erfolgreichsten Basketballspieler, Michael „Air“ Jordan, auf die richtige Fährte:
„In meiner Karriere habe ich über 9.000 Würfe verfehlt. Ich habe fast 300 Spiele verloren.
26-mal wurde mir der spielentscheidende Wurf anvertraut, und ich habe ihn nicht getroffen.
Ich habe immer und immer wieder versagt in meinem Leben. Deshalb bin ich so erfolgreich.“

Michael Jordan hat mit Sicherheit täglich seine Grundfertigkeiten Werfen, Fangen, Passen geübt. Taktische Varianten wurden auch in jedem Training durchgespielt.
Kein Spielverlauf lässt sich jedoch zu 100% planen. Hier wird Eigeninitiative, Mut, Entschlossenheit, Flexibilität und vieles mehr gefordert.
Stellen Sie sich vor, der Spieler würde in unsicheren Situationen erst zum Trainer schauen und auf Anweisungen warten. Ähnlich ergeht es Kindern oder Mitarbeitern, die sich in schwierigen Situationen reflexartig an die Eltern oder die Führungskraft wenden.

Es ist wichtig jede Situation, jede Krise als eine Lernchance zu begreifen. Das gelingt aber nur, wenn wir als Führungskraft oder Eltern ein Lernklima schaffen, das unerwünschte Resultate grundsätzlich erst einmal positiv bewertet.

Richtiger und wichtiger Hinweis eines Teilnehmers: “Man muss sich die Fehler aber auch leisten können.“ Recht hat er. Deshalb ist es ratsam, die Problemlösungsfähigkeiten in weniger riskanten Situationen zu üben, wenn der Schaden noch überschaubar bleibt oder reparabel ist. Positiver Realismus ist trainierbar. Die Lernfähigkeit von Einzelnen, wie von Organisationen ebenfalls.

Egal wie gut wir uns auch immer auf Krisensituationen vorbereiten, die Momente des Zweifelns an dem erfolgreichen Ausgang kommen nach einiger Zeit auf jeden Fall. Wenn ich auf diese Augenblicke des inneren Dialoges vorbereitet bin, wenn ich weiß und akzeptiere, dass dies auch in Gruppen zu Diskussionen führt, dann kann ich mich und die Gruppe darauf vorbereiten. Das ist dann nicht mehr überraschend.

Kein Risiko eingehen ist auf jeden Fall keine Alternative.